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Presseartikel

Sylter Rundschau vom 11. Oktober 2012

Die " Minden" im Einsatz

Sylt / Tönning. Glück im Unglück hatte gestern die Besatzung eines Krabbenkutters: Nach einem Wassereinbruch auf der "Maria" (Heimathafen Tönning) verhinderte die Besatzung des in List auf Sylt stationierten Seenotkreuzers "Minden" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), dass der Kutter an der Westküste der Insel strandete.

Gegen 12 Uhr hatten die beiden niederländischen Fischer an Bord der "Maria" Wassereinbruch im Maschinenraum gemeldet und "Mayday" (unmittelbare Lebensgefahr) gefunkt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sie sich nördlich Wenningstedt eine knappe Seemeile (etwa 1,5 Kilometer) vor der Küste.

Die Seenotküstenfunkstelle "Bremen Rescue Radio" der DGzRS und der ständig besetzte Seenotkreuzer in List fingen den Notruf auf. Sofort nahm er Kurs auf den knapp 22 Meter langen Havaristen. Auch zwei weitere Fischkutter und ein dänisches Messschiff steuerten die "Maria" an. Kurz vor dem Eintreffen der "Minden" gelang es den Fischern der "Maria", den Wassereinbruch mit Bordmitteln zu stoppen. Allerdings mussten sie die Maschine aus Sicherheitsgründen abstellen. Ihr damit manövrierunfähiger Kutter war laut DGzRS bereits bedrohlich nah unter Land geraten.

Die Seenotretter nahmen den Havaristen auf den Haken, um ihn zunächst aus der unmittelbaren Gefahrenzone und dann in den Hafen von Havneby auf der dänischen Insel Rømø zu schleppen. Dort übergaben sie den Kapitän des Kutters, der sich zwei Finger gequetscht hatte, zur weiteren Versorgung an den Rettungsdienst. Die "Maria" soll nun genau auf Schäden untersucht werden.

Zur Unfallzeit herrschten im Revier westlich von Sylt westnordwestliche Winde um fünf Beaufort (bis 38 km/h Windgeschwindigkeit) und ein bis anderthalb Meter Seegang.